Rentner und zu hohe Krankenkassenbeiträge

Krankenkassenbeiträge

Sie sind (bald) Rentner und rechnen mit sehr hohen Krankenkassenbeiträgen, Krankenkassenkosten?

Jetzt könnte es preiswerter werden, denn der Gesetzgeber hat eine Änderung durchgeführt.
Grundsatz:

  1. Sie kommen grundsätzlich nur in die (preiswerte) Pflichtversicherung der Rentner, wenn Sie u.a. 9/10tel (zweite Hälfte) des Berufslebens in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren.
  2. Trifft das nicht zu, weil Sie z.B. in einer privaten Krankenversicherung waren/sind oder Sie vielleicht doch in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, hier aber in der Art “freiwillig”. Dann zahlen Sie wahrscheinlich im Alter SEHR VIEL Krankenkassenbeiträge.

 

Beispiel 1:
Sie sind in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ihr Ehepartner ist in einer privaten Krankenversicherung. Sie erhalten monatlich eine Rente (Euro 600 brutto) und haben eine Eigentumswohnung, die Sie vermieten (Euro 300 Mieteinnahmen).
Auf Ihre Rente zahlen Sie an Kranken- und Pflegeversicherung insgesamt Euro 145,20 abzüglich einem Zuschuss (von der Dt. Rentenversicherung) von Euro 58,40. Sie zahlen also tatsächlich “nur” Euro 86,80 auf Ihre Rente. Als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung müssen Sie jedoch nach Ihrer “Leistungsfähigkeit” Beiträge zahlen, dass bedeutet, dass Sie (bis zu einer Höchstgrenze) auch auf andere Einnahmen Beiträge zahlen müssen. Außerdem ist Ihre Ehepartner in der privaten Krankenversicherung mit dem Effekt, dass (mindestens die halbe Bemessungsgrundlage von derzeit Euro 2.175) als fiktives Einkommen berücksichtigt wird.

Gegenüberstellung der Kosten:
“freiwillig” in der gesetzlichen Krankenversicherung = Kosten pro Monat Euro 394,76
“gesetzlich” in der gesetzlichen Krankenversicherung = Kosten pro Monat Euro 86,80

 

Beispiel 2:
Sie sind in einer privaten Krankenversicherung. Ihr Ehepartner ist in ebenfalls in einer privaten Krankenversicherung. Sie erhalten monatlich eine Rente (Euro 600 brutto) und haben eine Eigentumswohnung, die Sie vermieten (Euro 300 Mieteinnahmen).
Sie sind seit dem 54. Lebensjahr in einer privaten Krankenversicherung (weil Sie ein super Angebot erhalten haben), sind nun 70 Jahre alt und Ihr Beitrag hat sich aufgrund von vielen Erkrankungen drastisch erhöht. Sie zahlen zurzeit Euro 950,00 für Kranken- und Pflegeversicherung.

Gegenüberstellung der Kosten:
private Krankenversicherung = Kosten pro Monat Euro 950,00
“gesetzlich” in der gesetzlichen Krankenversicherung = Kosten pro Monat Euro 86,80

 

 

In beiden Beispielen lohnt es sich, die Angelegenheit doch einmal überprüfen zu lassen, ob nicht DOCH die Pflichtversicherung der Rentner anzuwenden ist. Zumal nun, ab dem 01.08.2017, es eine neue Ausnahme geben wird: Auf die 9/10tel-Regelung werden nunmehr Kinder “angerechnet” und zwar pauschal mit jeweils drei Jahren.

 

Haben Sie Kinder und zahlen Sie zurzeit zuviel Krankenkassenbeiträge?

Die Krankenkasse ist nicht verpflichtet, Ihnen Beiträge zu erlassen. SIE müssen selbst aktiv werden !!!
Wir helfen Ihnen: Beratung, Berechnung, Antragsstellung bei Ihrer Krankenversicherung oder “Ummeldung” von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Pflichtversicherung.

 

Ihre Rentenberaterin

Petra Schewe