Rentenreform

Die Reformvorschläge zur Rente im Überblick

BLOG – InBeRe

Rentenniveau:

Unter Rentenniveau wird das Verhältnis der Rente zum Lohn verstanden. Es wird also kein Betrag von der Rente abgezogen. Weder von einer laufenden Rente noch von einer Rente, die später in Anspruch genommen wird. Vielmehr steigt die Rente nicht in dem Maße wie die Löhne im Laufe der Zeit steigen. Zurzeit steigen die Renten im Verhältnis der Löhne nur um 47,8 Prozent. Das Niveau soll sich weiter auf 46 Prozent (bis 2020) beziehungsweise 43 Prozent (bis 2030) verringern.

 

Hintergrund sind verschiedene Reformen (z.B. aus dem Jahr 2001 das Altersvermögensergänzungsgesetz und aus dem Jahr 2004 das RV-Nachhaltigkeitsgesetz). Hier wurden in der Rentenformel verschiedene Parameter geändert bzw. hinzugefügt. Zuletzt wurde die Möglichkeit der Riester-Rente eingefügt, also es wurde angenommen, dass jeder eine Riester-Rente abschliesst und dadurch das Renten-Niveau (indirekt, also nur in Verbindung mit einer Riester-Rente) gehalten werden kann. Das hat nicht funktioniert, denn nicht jeder hat eine solche Privat-Rente abgeschlossen und auch der Auszahlbetrag dieser Renten war nicht (immer) dafür geeignet, eine Altersvorsorge (sinnvoll) aufzubauen.

 

In der Diskussion sind verschiedene Höhen, die das Rentenniveau nicht unterschreiten darf. Die Linke will zum Beispiel ein Rentenniveau von 53 Prozent, CDU Herr Schiewerling nicht unter 45 Prozent. Andere warnen vor den Kosten.

 

Rentenalter:

Die geburtsstarken Jahrgänge werden bald nach und nach in Rente gehen – gleichzeitig steigt die Lebenserwartung. Hier wurde bereits an der “Stellschraube” gedreht. Das Renteneintrittsalter wird nach und nach von 65 auf 67 Jahren angehoben, so dass die Geburtsjahrgänge ab 1964 erst ab 67 in die Regelaltersrente gehen können. Auch die vorzeitigen Renten wurden teilweise angehoben bzw. mit verschiedenen Abschlägen belegt, wenn eine Rente vorzeitig in Anspruch genommen wird.

 

In der Diskussion ist eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters – zum Beispiel CDU, Wolfgang Schäuble.

 

Lebensleistungsrente:

Viele Versicherte erhalten nur eine sehr kleine Rente weil zum Beispiel Kinder erzogen, nur in Teilzeit gearbeitet wurde oder es nur ein geringes Gehalt gab. Diese Renten soll ggf. aufgewertet werden. Problem dabei ist, dass in vielen Fällen auch gut situierte Versicherte in den gut Genuss kommen würden, obwohl andere Vermögen oder ein gut abgesicherter Ehepartner für einen gesicherten Lebensabend vorhanden sind.

 

In der Diskussion ist zwar die Aufwertung dieser Renten, jedoch soll bei der Ermittlung auch das Partnereinkommen zählen.

 

Betriebsrente, betriebliche Altersvorsorge:

Die Betriebsrente, betriebliche Altersvorsorge soll in vielen Eckpunkten geändert werden, damit die Arbeitgeber (bessere) Angebote unterbreiten. Zurzeit muss der Arbeitgeber kein konkretes Angebot über eine betriebliche Altersvorsorge anbieten, der Arbeitnehmer hat allerdings das Recht auf eine Abwicklung über die Lohnabrechnung. So kann der Arbeitnehmer bei einem Versicherungsunternehmen einen Vertrag abschliessen (zum Beispiel eine Direktversicherung) mit einer darin vereinbarten Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber muss den Vertrag (wenn keine anderen Vereinbarungen vorhanden sind) annehmen und abrechnen. Der Arbeitgeber haftet (teilweise), wenn Vereinbarungen (der Versicherungen) nicht eingehalten werden.

 

In der Diskussion sind Zuschüsse, Steuerförderung, Wegfall Haftung von Unternehmen bezüglich der betrieblichen Altersvorsorge.

 

Eigenvorsorge:

Die Förderung der eigenen Altersvorsorge soll gestärkt werden.

 

In der Diskussion sind Freibeträge aus privater und betrieblicher Altersvorsorge bei der Grundsicherung und das Angebot eines “Einheitsproduktes”.

 

Erwerbsminderungsrente:

Bei der Erwerbsminderungsrente (Rente bei langer Krankheit) werden zwar die Euros “hochgerechnet” für fehlende Jahre bis auf die Zeit der Altersrente. Doch diese Rente erhält auch Abzüge und zwar bis zu 10,8 Prozent. Das macht einen Sinn, wenn man (freiwillig) eine vorgezogene Rente beantragt – aber auch bei der Krankheitsrente wird abgezogen, obwohl von Freiwilligkeit keine Rede sein kann, denn wer sucht sich schon eine lange Krankheit aus? Erst ab dem 63. Lebensjahr bzw. 65. Lebensjahr (schrittweise Erhöhung) gibt es diese Rente ohne Abschläge.

 

In der Diskussion ist, diese Abschläge zu vermeiden bzw. zu verringern, da in vielen Fällen das Abzugsverfahren die (aufgrund der Krankheit) ohnehin schon schmale Rente nicht noch mehr zu verringern.

 

Selbstständige, Selbständige:

Schon heute sind kraft Gesetz viele Selbständig pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung. Doch invielen Fällen sind Selbständige, insbesondere Kleinselbständige, von Altersarmut bedroht, weil keine Absicherung (weder privat oder gesetzlich) vorhanden ist.

 

In der Diskussion ist eine Ausweitung der Pflichtversicherung in der Deutschen Rentenversicherung und/oder eine anderweitige verpflichtende Absicherung.

 

Ost-West-Angleichung:

Entscheidend für die Rentenhöhe ist, wo die Rentenpunkte erwirtschaftet wurden. Werden im Westen zurzeit für einen “erwirtschafteten” Rentenpunkt 30,45 Euro/Rente pro Monat gezahlt, so sind es für den Rentenpunkt im Osten nur 28,66 Euro/Rente pro Monat.

 

In der Diskussion ist eine Anhebung auf West-Niveau bis zum Jahre 2020.

 

Stand: 10.10.2016