Midijob und die Auswirkungen in der Rentenversicherung

Midijobber sind Arbeitnehmer, die zwischen Euro 450,01 und Euro 850 pro Monat verdienen.

Seit dem 1.7.2019 heißt die Gleitzone nun Übergangsbereich und der Entgeltrahmen liegt bei 450,01 und maximal 1.300 EUR im Monat.

Midijobber zählen nicht mehr zu den Minijobbern (450-Euro-Arbeitnehmer), aber abrechnungstechnisch auch noch nicht zu den “normalen” Arbeitnehmern.

 

Minijobber

Wird bei den Minijobbern (bis Euro 450,00/Monat) eine Pauschale vom Arbeitgeber an die Minijobzentrale für Kranken-/Rentenbeiträge und Steuer von 30 % gezahlt, so bezahlt der Arbeitgeber bei einem Midijobber den vollen bzw. anteiligen Beitrag an alle Sozialversicherungszweige (Kranken-/Pflegebeiträge, Renten-/Arbeitslosenbeiträge).

 

Bei den Minijobbern kann der Arbeitnehmer wählen, ob er einen eigenen Beitrag für die Rentenversicherung zahlt. Das wäre zu empfehlen, da durch diesen kleinen Beitrag, der Arbeitnehmer/Versicherte alle Vorteile der Deutschen Rentenversicherung erhält (z.B. Pflichtbeiträge zur Erhaltung des Anspruches auf eine Erwerbsminderungsrente und z.B. Wartezeiten, die für die Beantragung von allen Renten nötig sind).

 

Midijobber

Bis 30.06.2019:

Der Midijob-Arbeitnehmer kann wählen, ob er die “Gleitzone” nimmt oder den vollen bzw. den normalen Beitrag zu den Sozialversicherungszweigen. Hintergrund dieser “Gleitzonenberechnung” ist, dass die Beitragslast von der Sozialversicherung etwas oberhalb eines Minijobs nicht sofort mit vollen Beiträgen “zuschlagen” soll, sondern sich nur langsam erhöht. Erst ab einem Monatslohn von Euro 850 müssen (auch vom Arbeitnehmer) die vollen Beiträge gezahlt werden. Die Berechnung der Gleitzone ist etwas kompliziert, im Internet lassen sich aber viele “Gleitzonenrechner” finden, die bei der Ausrechnung helfen.

 

Normalerweise müssen die Rentenversicherungsbeiträge je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen werden. Handelt es sich allerdings um einen Lohn innerhalb der Gleitzone, zahlt nur der Arbeitgeber den halben Beitrag vom tatsächlichen Lohn und der Arbeitnehmer den halben Beitrag vom reduzierten Lohn. Durch diesen reduzierten Beitrag vom Arbeitnehmer fliesst allerdings auch weniger Geld als Beitrag in Ihr Rentenkonto – im Ergebnis erhalten Sie weniger Rente.

 

Ab 01.07.2019:

Bis zum 30.6.2019 führte die Reduzierung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung auch zu geminderten Rentenansprüchen. Dies ist im Übergangsbereich seit dem 1.7.2019 nicht mehr der Fall. Die verminderte Beitragsbemessungsgrundlage spielt für die Entgeltpunkte in der Rentenversicherung keine Rolle. Damit entfällt auch die Notwendigkeit für Arbeitnehmer, auf die Anwendung der Gleitzone in der Rentenversicherung zu verzichten, um Rentennachteile zu vermeiden. Die Neuregelungen in der seit dem 1.7.2019 gültigen Fassung finden auf alle Versicherten Anwendung, also auch auf diejenigen, die zuvor eine Verzichtserklärung abgegeben haben.

Die bisher erteilten Erklärungen über den Verzicht auf die Gleitzone sind ab Juli 2019 nicht mehr gültig. Die Pflicht zur Aufbewahrung ist mit Einführung des Übergangsbereichs in der Beitragsverfahrensverordnung gestrichen worden. Arbeitgeber sollten die Erklärungen jedoch nicht vernichten, sondern aus Beweisgründen bis zur nächsten Betriebsprüfung aufbewahren.

 

Gern erläutern wir Ihnen weitere Vor- und Nachteile, Berechnungen verschiedener Lohnvarianten.

Ihre Rentenberaterin

Petra Schewe