Krankheit und Resturlaub

 

  • Arbeitsunfähigkeit
  • Erkrankung eines Angehörigen, der gepflegt werden muss
  • Erkrankung des Lebensgefährten, mit dem der Urlaub verbracht werden sollte

oder auf der Seite des Arbeitgebers

  • termin-/saisongebundene Aufträge
  • technische/verwaltungstechnische Probleme im betrieblichen Ablauf

 

Im Falle einer Übertragung des Urlaubs ins Folgejahr muss er in den ersten drei Monaten genommen werden. Ausnahmen betreffen z.B. Arbeitnehmer im Mutterschutz oder in der Elternzeit.

 

Was ist bei langer Krankheit oder einer Erwerbsminderung bzw. Erwerbsminderungsrente auf Zeit?

Der EuGH (Europäische Gerichtshof) hat hier eine grundlegende Änderung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts erklärt. Viele Jahre verfiel, lt. Bundesarbeitsgericht, der Urlaubsanspruch im Folgejahr am 31. März. Da diese Regelung, so der EuGH, gegen die europäische Arbeitszeitrichtlinie verstößt, gibt es eine Regelung: Kann der Arbeitnehmer seinen Urlaub aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit bis zum Ende des Übertragungszeitraumes nicht nehmen, bleibt der Urlaubsanspruch als Freizeitausgleich zunächst erhalten.

 

Grenze der Übertragbarkeit

Der gesetzliche Urlaubsanpruch kann bis zu 15 Monaten nach Ablauf des entsprechenden Jahres übertragen werden, dann verfällt er. Dies gilt auch, wenn die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers über diesen Zeitraum hinaus ununterbrochen andauert (BAG vom 18.09.2012, 9 AZR 623/10).

 

Gesetzlicher Urlaub versus tariflicher bzw. arbeitsvertraglicher Urlaub

Wird über den gesetzlichen Urlaub hinaus, Zusatzurlaub vereinbart, können die Vertragsparteien frei regeln, wie eine Übertragung zu erfolgen hat.

 

Ihre Rentenberaterin

Petra Schewe