Kinderzeiten für die Rente – Mütterrente und Co

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Mütterrente

Wer für die Erziehung von Kindern seine Berufstätigkeit unterbricht, erhält (normalerweise) etwas “gut geschrieben” in der gesetzlichen Rentenversicherung. Doch, wie immer, gilt es eine Fülle von Dingen zu beachten.

 

Normalerweile erhält die Mutter “Rentenpunkte”, diese sind für Geburten vor 1992 insgesamt rund 2 Punkte (2 Jahre je rund 1 Punkt) und für Geburten nach 1992 insgesamt rund 3 Punkte pro Kind (3 Jahre je rund 1 Punkt). Die Punkte werden in Monate aufgeteilt. Der Beginn ist immer der Monat nach der Geburt, also 24 Monate für Geburten bis 1992 und 36 Monate für Geburten nach 1992. Es geht kein Monat verloren, auch nicht, wenn innerhalb der Kindererziehungszeit weitere Geburten hinzukommen. Denn alle nicht berücksichtigten Monate werden “hinten angehangen”.

 

Allerdings soll eigentlich derjenige diese Rentenpunkte erhalten, der das Kind bzw. die Kinder überwiegend erzogen hat. Ist es nicht die Mutter, so muss ein Antrag auf Aufteilung der Rentenpunkte gestellt werden. Das geht nur für die Zukunft, rückwirkend nur für max. zwei Monate. Das gilt für den Vater ebenso wie für Adoptiv-, Stief- oder Pflegeeltern, Großeltern oder Verwandte, wenn das Kind dort dauerhaft in häuslicher Gemeinschaft als Pflegekind wohnt. Ein Obhuts- und Erziehungsverhältnis zwischen den leiblichen Eltern und dem Kind darf in diesem Fall nicht mehr bestehen.

 

Doch damit nicht genug: Arbeitet der Erziehende weiter, so gibt es nur eine Anrechnung bis max. zur Beitragsbemessungsgrenze. Also 1 Punkt pro Jahr und Kind und der Zusatzverdienst bis max. zur Beitragsbemessungsgrenze. Verdienen Sie mehr, so verringert sich der Punkt für die Kindererziehung, so dass im Ergebnis es nie mehr sein kann. Der Wert dieser Kinder-Punkte beträgt seit dem 01.07.2016 Euro 30,45 Rente pro Monat. Der Wert wird u.a. aus dem Durchschnittsentgelt “aller” errechnet. Das Durchschnittsentgelt beträgt (vorläufig) für das Jahr 2016 Euro 36.267. Das bedeutet, wenn Sie weniger verdienen, wird Ihr Bruttogehalt und der Kinderpunkt addiert bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Diese Grenze beträgt für 2016 Euro 6.200 (alte Bundesländer) und Euro 5.400 (neue Bundesländer).

 

Neben diesen Kindererziehungszeiten erhält der Erziehende auch noch Kinderberücksichtigungszeiten für die ersten 10 Lebensjahre des Kindes. Diese Zeiten verlängern sich allerdings nicht, auch wenn weitere Kinder innerhalb dieser Zeit geboren werden. Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung erweitern zum Beispiel den Schutz bei einer Erwerbsminderung, werden bei bestimmten Renten als Wartezeiten angerechnet und können ggf. auch die Höhe der Rente beeinflussen (Höherbewertung beitragsfreier Zeiten/Gesamtleistungsbewertung). Ein weiterer Vorteil: Sie sind vor 1954 geboren, können – trotz Kindererziehungszeiten – aber die Mindestversicherungszeit nicht erreichen (5 Jahre), so gibt es die Möglichkeit, die fehlenden Monate durch Nachzahlungen auszugleichen (mind. Euro 84,15/Monat), um so doch noch eine Rente zu erhalten.

Lassen Sie sich rechtzeitig beraten – es geht um Ihr Geld…

Stand: Herbst 2016